betrieb-mcp
MCP server that gives AI agents controlled access to a building services company's daily operations, including customer records, scheduling, and offer calculations. All write operations are protected by a two-stage approval mechanism with time-limited tokens to prevent unauthorized changes.
README
betrieb-mcp
MCP-Server, der einem KI-Agenten den Zugriff auf den Betriebsalltag eines Gebäudedienstleisters gibt: Kundenakte, Terminplanung, Angebotskalkulation.
Der eigentliche Gegenstand dieses Repositories ist nicht die Fachlogik, sondern die Frage, wie ein Agent schreiben darf. Lesen ist frei. Jeder schreibende Vorgang läuft zweistufig über eine Freigabe-Schranke.
Warum zweistufig
Ein Agent, der Termine buchen und Angebote anlegen kann, ist nützlich. Ein Agent, der das unbeaufsichtigt tut, ist ein Haftungsrisiko: Ein falsch verstandener Satz am Telefon, und ein Monteur steht am falschen Tag beim falschen Kunden.
Die übliche Antwort darauf ist ein Bestätigungsdialog im Frontend. Der reicht nicht, weil er außerhalb des Systems liegt — der Agent kann ihn umgehen, sobald er über eine andere Oberfläche angesprochen wird. Hier sitzt die Schranke deshalb im Server:
betrieb_prepare_*rechnet, prüft auf Konflikte, erzeugt eine Vorschau in Klartext und ein Freigabe-Token. Geschrieben wird nichts.- Ein Mensch liest die Vorschau und bestätigt.
betrieb_commit_*löst das Token ein und schreibt.
Das Token ist an genau eine Nutzlast gebunden, fünf Minuten gültig, nicht zwischen Aktionen übertragbar und nach einmaliger Verwendung verbraucht. Ein Agent, der die Vorschau überspringen will, hat kein Token — und damit keinen Schreibzugriff. Die Regel ist nicht Konvention, sondern Mechanik.
Zusätzlich wird der Terminkonflikt unmittelbar vor dem Schreiben erneut geprüft. Zwischen Vorschau und Bestätigung können Minuten liegen; in denen kann jemand anders denselben Slot belegt haben. Ohne diese zweite Prüfung wäre die Schranke ein Papiertiger — sie würde nur den Zustand von vorhin bestätigen.
Werkzeuge
| Werkzeug | Art | Zweck |
|---|---|---|
betrieb_suche_kunden |
lesend | Suche über Name, Ort, Kundennummer; mit Blättern |
betrieb_hole_kunde |
lesend | Stammdaten samt Terminen und Angeboten |
betrieb_liste_termine |
lesend | Termine im Zeitraum, optional je Monteur |
betrieb_freie_slots |
lesend | Freie Zeitfenster eines Monteurs an einem Tag |
betrieb_preisliste |
lesend | Leistungskatalog mit Einheiten und Nettopreisen |
betrieb_kalkuliere |
lesend | Positionen durchrechnen, ohne etwas anzulegen |
betrieb_prepare_angebot |
Vorschau | Kalkuliert und gibt Freigabe-Token aus |
betrieb_prepare_termin |
Vorschau | Prüft Konflikte und gibt Freigabe-Token aus |
betrieb_commit_angebot |
schreibend | Legt das Angebot an — nur mit Token |
betrieb_commit_termin |
schreibend | Bucht den Termin — nur mit Token |
betrieb_freie_slots ist bewusst ein eigenes Werkzeug und kein Nebenprodukt der
Terminliste: Ein Agent, der buchen soll, braucht die Lücken, nicht die Belegung.
Aus einer Liste von Terminen die freien Fenster abzuleiten, ist eine
Rechenaufgabe, die im Server besser aufgehoben ist als im Modell.
Ablauf in echt
Ungekürzte Ausgaben eines Laufs gegen die Demo-Datenbank.
Freie Fenster suchen — Kaya hat vormittags und nachmittags Termine:
$ betrieb_freie_slots datum=2026-09-01 dauer_minuten=90 monteur=Kaya
{
"datum": "2026-09-01",
"monteur": "Kaya",
"dauer_minuten": 90,
"freie_fenster": [
{ "von": "11:00", "bis": "13:00" },
{ "von": "15:30", "bis": "17:00" }
]
}
Einen belegten Slot buchen wollen — der Fehler nennt den Grund und den nächsten Schritt:
$ betrieb_prepare_termin kunde_id=K-1002 datum=2026-09-01 von=09:00 ...
{
"fehler": "Kaya ist am 2026-09-01 von 08:00 bis 11:00 bereits gebunden
(Treppenhausreinigung, 3 Aufgänge). Nutze 'betrieb_freie_slots',
um ein passendes Fenster zu finden."
}
Angebot vorbereiten — Vorschau für den Menschen, Token für den Agenten:
$ betrieb_prepare_angebot kunde_id=K-1001 positionen=[...]
Angebot für Hausverwaltung Keller GmbH (K-1001), Pforzheim
420 m² grundreinigung_qm 1008.00 EUR
24 Element fensterreinigung_element 165.60 EUR
1 pauschal anfahrt 45.00 EUR
Netto 1218.60 EUR
zzgl. 19 % MwSt. 231.53 EUR
Brutto 1450.13 EUR
freigabe_token: frg_uG6AsbNllcRtJnaS
hinweis: Es wurde nichts gespeichert. Lege die Vorschau dem Menschen vor und
rufe erst nach ausdrücklicher Bestätigung 'betrieb_commit_angebot' auf.
Bestätigen — und ein zweites Mal bestätigen:
$ betrieb_commit_angebot freigabe_token=frg_uG6AsbNllcRtJnaS
{ "angebot_id": "ANG-2026-5044", "status": "entwurf", "brutto": "1450.13" }
$ betrieb_commit_angebot freigabe_token=frg_uG6AsbNllcRtJnaS
{ "fehler": "Unbekanntes oder bereits eingelöstes Freigabe-Token. ..." }
Der zweite Aufruf ist der interessante: Ein wiederholter Werkzeugaufruf — durch Neuversuch, Kontextverlust oder schlicht Verwirrung des Modells — erzeugt kein zweites Angebot.
Entscheidungen, die bewusst so getroffen sind
Fachlogik ohne MCP-Abhängigkeit. core.py kennt weder Protokoll noch Tools.
server.py ist eine dünne Schicht aus Schemas, Freigaben und Fehlerübersetzung.
Deshalb laufen die Tests ohne Server, und dieselbe Logik wäre hinter einer REST-
API oder einem CLI wiederverwendbar.
Geld als Decimal, nie als float. 0.1 + 0.2 ist in einem Angebot kein
akademisches Problem. Gerundet wird kaufmännisch (ROUND_HALF_UP) und nur an
einer Stelle.
Fehler sind Antworten, keine Exceptions. Jedes Werkzeug gibt bei fachlichen
Problemen {"fehler": "..."} zurück, und zwar mit dem konkreten nächsten
Schritt („Nutze betrieb_freie_slots…"). Ein Stacktrace beendet den Agentenlauf,
ohne dass jemand klüger geworden ist.
Annotationen ehrlich gesetzt. prepare ist readOnlyHint: true, aber
idempotentHint: false — es schreibt nichts, erzeugt aber bei jedem Aufruf ein
neues Token. commit ist readOnlyHint: false. Wer diese Hinweise falsch setzt,
nimmt Clients die Möglichkeit, sinnvoll nachzufragen.
SQLite ohne ORM. Das Repository soll ohne Fremdabhängigkeit und ohne Migrationsschritt starten. Für fünf Tabellen ist eine ORM-Schicht Ballast.
Start
git clone https://github.com/LucaT02/betrieb-mcp
cd betrieb-mcp
python3 -m unittest discover -s tests # 22 Tests, keine Abhängigkeiten nötig
pip install -e . # nur für den Serverbetrieb
python -m betrieb_mcp.seed # Demo-Datenbank anlegen
python -m betrieb_mcp.server # Server über stdio starten
In Claude Desktop oder Claude Code eintragen:
{
"mcpServers": {
"betrieb": {
"command": "python",
"args": ["-m", "betrieb_mcp.server"],
"env": { "BETRIEB_DB": "/absoluter/pfad/betrieb.db" }
}
}
}
Tests
22 Tests, Schwerpunkt auf den Stellen, an denen es weh tut:
- Kalkulation — Summen, kaufmännische Rundung, unbekannte Leistung, Menge 0
- Freie Fenster — Lücke zwischen Terminen, Randfenster vor Feierabend, kein Platz
- Freigabe-Schranke — Vorschau schreibt nichts; Token schreibt genau einmal; Token nicht zwischen Aktionen übertragbar; abgelaufenes und erfundenes Token
- Terminkonflikt — Überlappung, Ende nach Feierabend, und der Fall, für den die zweite Prüfung existiert: ein Slot, der zwischen Vorschau und Bestätigung belegt wurde
Was fehlt
Ehrlich benannt, statt so zu tun, als wäre das produktionsreif:
- Kein Mehrbenutzerbetrieb. Der Freigabespeicher liegt im Prozess. Für mehrere Server-Instanzen müsste er nach Redis oder in die Datenbank wandern.
- Keine Authentifizierung. stdio-Transport, ein Betrieb, ein Prozess. Für einen entfernten Server bräuchte es Streamable HTTP samt Auth.
- Kein Audit-Log. Wer wann was freigegeben hat, wird nicht protokolliert — für einen echten Einsatz die erste Ergänzung, die ich bauen würde.
- Die Preisliste ist hart verdrahtet. In einer echten Installation käme sie aus der Warenwirtschaft.
Lizenz
MIT
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